Doppeladresserkennung

Zwei gleiche Adressen im Netzwerk? Kein Problem mehr!

Besonders in unübersichtlichen und weit verzweigten Installationen kommt es nicht selten vor, dass versehentlich zwei Slaves mit ein und derselben Adresse an ein Netzwerk angeschlossen werden. Dies kann bei der Erstinstallation passieren oder aber auch dann, wenn im Zuge des Austausches von Slaves ein Adressierfehler gemacht wird.

Ein Master kann eine solche Doppeladress-Situation nicht sicher erkennen, insbesondere dann nicht, wenn etwa Repeater im Netzwerk vorhanden sind. Auch Diagnosegeräte, die zeitweise auf das Netzwerk aufgeschaltet werden, können dies nicht in allen denkbaren Fällen.

Das Prinzip dieser neuen Lösung ist vergleichbar mit der "Hörwache" beim Schiffsfunk, wo zu Zeiten der drahtlosen Telegrafie in regelmäßigen Abständen kurze Funkstille vorgeschrieben war, um eventuelle schwache Notrufsignale aufnehmen zu können. Auf AS-Interface übertragen geht das so: Jeder Slave, der mit der neuen Doppeladresserkennung ausgerüstet ist, antwortet auf Aufrufe des Masters an seine Adresse nicht immer, sondern bleibt bei etwa jedem 200. Telegramm stumm. Er hört stattdessen in das Netzwerk hinein, um festzustellen, ob gleichzeitig ein anderer Slave antwortet. Wenn dies der Fall ist, dann liegt ganz offensichtlich eine Doppeladressierung vor. Damit durch dieses Verfahren die Datenfehlerrate nicht beeinflusst wird, wird es nur auf organisatorische Telegramme (etwa "Read Status" oder "Read ID0") angewandt. Diese Telegramme werden bei der Ermittlung der Fehlerrate nicht mitgezählt. In einem voll ausgebauten Netzwerk würde es max. etwa 2 Minuten dauern, bis eine Doppeladressierung erkannt worden ist.

Wenn ein Slave eine Doppeladresssituation erkannt hat, signalisiert er dies vor Ort durch die AS-Interface Status-LEDs. Außerdem beendet der Slave die Datenkommunikation, indem er seine Adresse auf 0 setzt. Damit wird sichergestellt, dass keine nicht beabsichtigten Signale an die Ausgänge weitergeschaltet werden. So wird auch der Master veranlasst, einen Konfigurationsfehler anzuzeigen. Ferner setzt er im Statusregister das Bit S2.

Die Vorteile dieses Verfahrens sind zusammengefasst diese:





  • Es funktioniert zuverlässig in allen Netzwerk-Konstellationen, auch solchen mit Repeatern, und auch dann, wenn nur einer der beiden Slaves auf der gleichen Adresse mit der Funktion ausgestattet ist.

  • Es funktioniert mit allen Mastern und benötigt keine zusätzliche Elektronik oder besondere Leitungsführung.

  • Es kann nachträglich in allen existierenden Netzwerken ergänzt werden.

  • Es ist eine zusätzliche Sicherheit gegen Fehlfunktionen und daher besonders interessant für alle Slaves, die Motoren, Ventile oder ähnliche Ausgänge ansteuern.

Wenn Sie Interesse haben am Einsatz dieser Technik in Ihren Produkten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.